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Thursday, October 1, 2020

Krimi von J. K. Rowling: Beschimpfungen und Boykott - Süddeutsche Zeitung

Wer als Feministin früher mal davon geträumt hat, die Welt so zu gestalten, dass Menschen nicht 24 Stunden am Tag und in allen Lebenslagen über ihr Geschlecht definiert werden, durchlebt gerade harte Zeiten. Und wenn die Kategorisierungsdebatten besonders hitzig werden, kommt in diesen Tagen meist J. K. Rowling darin vor.

Die Harry-Potter-Autorin wurde, auf Twitter und anderswo, zu einem Monster erklärt, das mit seiner Transphobie Menschenleben zerstöre, weil sie öffentlich auf einem biologischen Geschlecht besteht. Und nun hat ihr gerade in Großbritannien veröffentlichtes Buch eine neue Welle des Widerspruchs ausgelöst.

"Troubled Blood" wird in Deutschland im Dezember unter dem Titel "Böses Blut" erscheinen. Darin gibt es einen männlichen Bösewicht in Frauenkleidern. Deswegen posten Rowlings Gegner in sozialen Medien jetzt Bücherverbrennungs-Videos.

Warum es so viel Ärger gibt wegen einer männlichen Romanfigur, die sich als Frau anzieht, sonst aber gar nicht weiter definiert wird? Das geht überwiegend nicht auf das Buch selbst zurück, sondern auf einen Essay, den Rowling im Sommer veröffentlicht hat. Eine Frau zu sein, schreibt sie da, sei eine biologische Tatsache; aber keineswegs schließe der Begriff jemanden aus, der erst später zur Frau geworden sei. Sie drückt ihre Sorge um jeden aus, der sich in einer verletzlichen Position befinde, ob trans oder nicht. Kontrovers daran ist, dass sie mit dem Text auch eine Debatte anzetteln wollte darüber, ob Geschlechtsangleichungen bei Teenagern eine gute Idee sind. Und dass sie nicht wolle, dass jede Damentoilette Männern offenstehe, die behaupteten, sie fühlten sich als Frau.

Natürlich kann man über ihre Meinung streiten. Aber sind diese Ansichten tatsächlich Grund genug für Beschimpfungen und Boykottaufrufe?

Erste Buchläden in Australien wollen Rowlings Werke aus dem Programm nehmen, das Buch wird trotzdem gerade zum Bestseller. Mehrere Dutzend Intellektuelle, darunter Ian McEwan, haben Rowling in einem offenen Brief verteidigt. Nützt nichts. Schon das Pseudonym, unter dem Rowling ihr Buch publiziert, und die ganze Cormoran-Strike-Reihe, zu der "Böses Blut" gehört, ist manchen Indiz genug, Rowling sei auf einem trans- und homophoben Feldzug: Robert Galbraith. Den Namen habe sie, so Rowling, sich ausgedacht. Dies sei der Name des Erfinders der Konversionstherapie, kann man an den unterschiedlichsten Stellen im Netz lesen. Das stimmt so nicht ganz.

Der amerikanische Psychiater Robert Galbraith Heath war tatsächlich keine Zierde seiner Zunft. Der Scientific American brachte ihn 2012 auf eine Hitliste der fünf hässlichsten wissenschaftlichen Experimente unter. Seine Idee, einem Homosexuellen ein Loch in den Kopf zu bohren und eine Elektrode einzubauen, um ihn zu einem Heterosexuellen umzugestalten, steht da neben den Atomversuchen auf dem Bikini-Atoll. Allerdings kommt "Galbraith" da gar nicht vor. Der Mann wird in alten Texten einfach Robert Heath genannt. Die Behauptung, "Galbraith war der Stammvater der Konversionstherapie", klingt so schräg wie "Alva hat die Glühbirne erfunden". Könnte eben doch ein vertrackter Zufall sein.

Ein bisschen mehr Vorsicht bei der Verteufelung von J. K. Rowling wäre also durchaus geboten. Man nehme nur ihren kontroversesten Tweet: Darin verwahrte sie sich gegen die Bezeichnung "Menschen, die menstruieren": Sie wolle gerne weiterhin als Frau bezeichnet werden. Nicht ganz zu Unrecht. Denn die Kategorie abzulehnen, die einem die Gesellschaft aufzwingt, gibt noch keinem das Recht, andere in Kategorien hineinzuschubsen.

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Wednesday, September 30, 2020

トランプ氏、白人至上主義めぐり波紋 討論会で非難せず - 日本経済新聞

apapikirnya.blogspot.com

【ワシントン=中村亮】トランプ米大統領が29日の大統領選のテレビ討論会で、白人至上主義を非難しなかったことに波紋が広がっている。与党・共和党上院で唯一の黒人であるティム・スコット議員は30日、「正すべきだ」と語り、白人至上主義を明確に否定するよう求めた。

トランプ米大統領は討論会で白人至上主義を明確に非難しなかった(29日、中西部オハイオ州)=ロイター

トランプ米大統領は討論会で白人至上主義を明確に非難しなかった(29日、中西部オハイオ州)=ロイター

トランプ氏は討論会で、黒人差別への抗議デモの一部が暴徒化した問題について「右派の問題ではない」と指摘。白人至上主義を批判するかとの問いに正面から答えなかった。共和党上院トップのマコネル院内総務は「私は白人至上主義を最も強く非難する」と語り、トランプ氏の対応を暗に批判した。

これとは別にトランプ氏は討論会で、白人至上主義団体に近いとされる極右団体「プラウド・ボーイズ」に関し「下がって待機せよ」と述べ、過激な活動を容認するかのような発言もした。

民主党の大統領候補であるバイデン前副大統領は30日、中西部オハイオ州で記者団に対し、プラウド・ボーイズについて「なくなるべきだ」と強調した。反発が広がるとトランプ氏はホワイトハウスで「誰だか知らなかった」と語り、釈明に追われた。

トランプ氏は2017年に「白人至上主義者にも良い人はいる」との見方を示し、与野党を問わず猛反発を浴びた。この発言を受け、支持率が大統領在任中で最低水準にまで下がった。早期の釈明には11月の大統領選を間近に控えて、ダメージを最小限にとどめたい意向が透ける。

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